So ganz konnte ich es nicht glauben. Sieben Tage, 465 Kilometer und 6.030 Höhenmeter nachdem ich die Wohnungstür hinter mir ins Schloss gezogen und mich auf den Sattel meines Mountainbikes gesetzt hatte, stand ich nun am Ortsschild von Venedig und konnte mit Stolz behaupten, dass ich meine erste Alpenüberquerung absolviert hatte.

Die erste Tagesetappe würde die anspruchsvollste sein, das wusste ich von Beginn an. Knapp 90 Kilometer und 1.600 Höhenmeter lagen vor mir und ich war gerade mal bei Kilometer vier, als ich mich fragte, was ich hier eigentlich mache. Hatte ich mich selbst überschätzt? War ich nicht trainiert genug? Das Treten war die reinste Qual und die Kilometeranzeige am Tacho wollte einfach nicht nach oben klettern. 

Rückblickend sollten die ersten zehn Kilometer am Rad die anstrengendsten der ganzen Tour sein, was vermutlich einfach damit zu tun hatte, dass ich die Strecke vom Autofahren kannte und sie normalerweise entsprechend schnell am Fenster vorbeizog. Doch für eine Strecke, für die ansonsten gerade mal zwanzig Minuten einzuplanen war, benötigte ich dank einer ordentlichen Steigung und zwei Rädern weniger unter mir satte eineinhalb Stunden.

Eine Reportage für Reisevergnügen.

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